Die Geschichte

Die Häufigkeit von Lungenerkrankungen nimmt derzeit im Vergleich zu anderen Krankheiten am stärksten zu. So steigen die Fallzahlen von chronisch obstruktiver Bronchitis mit oder ohne Lungenemphysem (COPD) um etwa 4% pro Jahr. Das Bronchialkarzinom entwickelt sich - nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen - dahin zur häufigsten Krebsform zu werden. Asthma hat insbesondere bei Kindern zugenommen. Über 10% leiden inzwischen daran.

Obwohl der Forschungsbedarf angesichts der zunehmenden Lungen- und Atemwegserkrankungen bereits groß ist und in den nächsten Jahren noch größer werden wird, sind die Forschungstätigkeiten in der Lungenheilkunde (Pneumologie) in Deutschland quantitativ nicht ausreichend vertreten. Obwohl die Pneumologie ein wichtiges Schwerpunktfach innerhalb der Inneren Medizin darstellt, gibt es derzeit an nur knapp einem Drittel aller deutschen Universitäten überhaupt einen Lehrstuhl für Pneumologie, wobei davon auch nicht jeder den vollen Status hat. Das bedeutet, dass nicht alle Medizinstudenten in Deutschland in diesem Fachgebiet ausreichend ausgebildet werden können.
 
Auch im direkten Bereich der Patientenversorgung („klinische Forschung“) findet auf dem Gebiet der Pneumologie in den letzten Jahren zunehmend weniger Forschung statt. Das hängt zum einen mit der Verlagerung vieler Forschungsaktivitäten in den molekularbiologischen Grundlagenbereich zusammen. Zum anderen stellt das neue Arzneimittelgesetz auf nationaler und europäischer Ebene eine große Hürde dar, so dass eine erhebliche finanzielle Vorleistung erforderlich ist, um trotzdem wichtige Fragestellungen bzw. Probleme in der Klinik zu bearbeiten.
 
Um hier Abhilfe zu schaffen, haben sich die wichtigsten Verbände und Gesellschaften im Bereich der Lungenheilkunde (Pneumologie) zusammen getan und Ende 2007 das Institut für Lungenforschung (ILF) gegründet. Die Zielsetzung besteht darin, eine Forschungsförderung vor allen Dingen im Bereich der Patientenversorgung zu etablieren. Dabei ist nicht nur an die Versorgung in den Kliniken und Praxen gedacht, sondern es sollen auch die Versorgungsstrukturen besser durchleuchtet werden um vernünftige politische Vorgaben entwickeln zu können.
 
Finanziert werden sollen die Aktivitäten des ILF vorwiegend über die Beiträge seiner Mitglieder sowie durch Zuwendungen von Menschen und Institutionen, die unser Engagement für die Lungenforschung unterstützen wollen. Mittelfristiges Ziel ist es, durch Dienstleistungen, die unser wissenschaftlicher Servicebereich durchführt, zusätzliche Einnahmen zu erwirtschaften. Alle unsere Aktivitäten haben einen hohen ethischen Anspruch, der über die Vorgaben der gesetzlichen Gemeinnützigkeit hinausgeht. Unser besonderes Anliegen besteht darin die Neutralität im Bereich der Forschung zu wahren.